Die Spielregeln

Das System Macht durch Kredite Korruption Weltwirtschaftsdiktatur Wirtschaftsaufbau Dekadenz

Maximale Ausbeutung

Afrika Lateinamerika Balkan Asien

Krieg für Profit

Imperialismus Afghanistan Irak CIA (externer Link)

Macht der Konzerne

Skrupellos&Co Lebensmittel Erdöl Pharmazie Mode Elektronik Konzerngewinne

Widerstand

Venezuela

Immigration

Europa

Unkontrollierte, wirtschaftliche Globalisierung

Ökonomische Globalisierung ist unfassbar. Sie ist tatsächlich abstrakt. Jedoch sind ein Großteil der Probleme der Menschheit auf die unkontrollierte Globalisierung, v.a der entfesselten Wirtschaft, zurückzuführen. Man muss die Probleme nur in einer weitsichtigen Betrachtungsweise sehen, um zu erkennen, dass die meisten Probleme zusammenhängen, und dass eine Reform der Wirtschaft und Finanzmärkte, v.a mit Hilfe von Regulierung durch demokratische Regierungen, ein Großteil der Menschen massive Vorteile bringen würden. Für einen grossen Teil der Bevölkerung geht es bei diesen "Vorteilen" um Leben oder Tod. Für eine Handvoll Menschen würden diese Änderung Nachteile bringen. Bei diesen "Nachteilen" geht es immer um ein paar Millionen weniger Profit.

Die Zahl der Milliardäre allein in den USA stieg von 13 im Jahr 1982 auf 300 im Jahr 2000. Währendessen verschlimmerte sich die Armut in den Entwicklungsländern dramatisch. Geld regiert tatsächlich die Welt. Die Wirtschaft (die Großkonzerne) hat den Regierungen einen Großteil der Macht abgenommen. Durch Profitgier und Marktausbau getrieben, ist jedes Mittel recht dieses Ziel zu erreichen. Arbeiterausbeutung, Umweltzerstörung, Kriege...

Globalisierung an sich ist ja eine begrüssenswerte Entwicklung. Leider wird aber hauptsächlich die Wirtschaft globalisiert. Ohne globale Kontrollmechanismen und demokratischen Strukturen bringt das nur den Großkozernen etwas. Die Bevölkerung sind die Leidtragenden.

Aber auch in den westlichen Ländern steigt die Kluft zwischen arm und reich. Arbeitsplätze werden abgebaut, langerkämpfte Arbeiterrechte werden abgebaut, Sozialleistungen gestrichen, öffentliches Gut privatisiert... Auch hierzulande wird die Bevölkerung in einen Zustand der Angst getrieben. Angst vor Arbeitsverlust, Angst vor der Zukunft, Angst vor dem Verlust eines würdevollen Lebenstandards. Leider sind Menschen im Angstzustand besonders reizbar und manipulativ. Wie die Geschichte zeigt, hat das schon oft zu katastrophalen Entwicklungen geführt. Die Menschen im Westen verlieren immer mehr den Blick für die realen Begebenheiten auf der Welt. Manipulative Medien haben ein leichtes Spiel, diese Menschen zu konditionieren, und die Notwendigkeit vieler fragwürdiger Entwicklungen zu betonen. Der Mensch wird individualistischer, egoistischer (Ich Ag) und verliert sein Gemeinschafts- und Solidaritätsgefühl. Jeder wird angewiesen, für sich selbst zu sorgen. Das ist das Prinzip des Marktes. Wettbewerb. Es durchdringt alle Lebensbereiche. Somit steigen Egoismus, Vorurteile, Rassismus etc. Das Wohlbefinden der Anderen, v.a der Entwicklungsländer, wird uninteressant. Viele Populisten ergreifen die Möglichkeit und schieben dem Volk alle möglichen Ursachen vor die Nase. Einwanderung, Terrorismus, Mangel an natürlichen Ressourcen, Kriege.. Es ist aber fatal, wenn der Mensch den weitsichtigen Blickwinkel verliert, und die tatsächlichen Probleme nicht begreift. Wie oben beschrieben, sind die meisten heutigen Problemfelder vernetzt, und eine herausgelöste Problemlösung langfristig nicht sinnvoll.

Multinationale Konzerne besitzen keine demokratischen Strukturen. Wir haben sie nicht an die Macht gewählt. Trotzdem haben sie durch die Deregulierung der Wirtschaft und Finanzmärkte direkt und indirekt Macht über unsere Gesselschaft und Zukunft erlangt. Der Leitspruch der Konzerne ist maximaler Profit und maximaler Machtausbau. Die meisten üben diese neoliberalen Paradigmen durch Ausbeutung der Arbeitnehmer und der Umwelt aus. Die negativen Aspekte dieser Politik führen sie auf erhöhten Wettbewerbsdruck zurück. Obwohl Konzerne enormen Gewinn machen, müssen sie der zweite Regel, nämlich dem Marktausbau, nachgehen, um natürlich noch mehr Profit zu kassieren und ihre Position zu stärken. Multinationale Konzerne haben keine moralische Verpflichtung gegenüber der Bevölkerung, sondern nur gegenüber den Aktieninhabern, Besitzer und dem Markt.

Das liegt in ihrer Natur. Das Fatale daran ist, dass ihnen von der Politik überhaupt die Möglichkeit gegeben wird, so destruktiv zu handeln. Mittlerweile hat sich der Spieß umgedreht. Die Wirtschaft stellt die Spielregeln und setzt die Regierungen unter Druck die entsprechenden Gesetze zu bestimmen. Durch die Deregulierung der Wirtschaft steht es den Firmen frei abzuwandern. Somit erpressen sie Steuererleichterungen, Subventionen und Abbau der Arbeitnehmerrechte und Sozialleistungen. Falls die Politik nicht entsprechend handelt, verlegt die Firma ihre Produktionsstätten problemlos in Billiglohnländer. Durch den Druck des Standortwettbewerbs überbieten sich die Staaten mit "Sozialhilfe" an die Konzerne anstatt die Sozialleistungen an die Bevölkerung auszubauen. Fast alle grossen Konzerne haben durch Abwanderung in Billiglohnländer enormen Gewinn gemacht, und konnten so ihre Macht erst in diesem Ausmass ausbauen. Ein anderes Druckmittel ist die permanente Forderung nach Privatisierung. Die grossen Konzerne sehen natürlich in öffentlichen Dienstleistungen einen potenziellen Markt, und setzten die Regierungen unter Druck immer mehr davon zu verkaufen. Genau genommen heisst das: Staatliche Firmen und öffentliche Dienstleistungen, welche durch Steuergelder aufgebaut worden sind, und eigentlich dem Volk gehören, werden verschleudert. Von dieser Betrachtungsweise aus gesehen, hat das Volk dem Staat diese Güter zur Verwaltung anvertraut. Dieser missbraucht somit das Vertauen seiner Bürger, was uns mittlerweile nicht mehr verwundert.

Das ist neoliberale Demokratie: Ein paar Parteien, die, ungeachtet formeller Unterschiede und Wahlkampfgeschrei, die gleiche neoliberalistische Wirtschaftspolitik betreiben, führen triviale Diskussionen über Nebensachen. Demokratie ist zulässig, solange die Wirtschaft von demokratischen Entscheidungsprozessen verschont bleibt, d.h solange die Demokratie keine ist. Ausserdem besitzen die Großkonzerne die nötigen Mittel um die Medien zu beeinflussen und die politische Willensbildung nach ihren Vorstellungen zu gestalten. Die neoliberale Demokratie, die den Markt über alles stellt, bringt keine Bürger, sondern Konsumenten hervor, keine Gemeinschaften, sondern Einkaufszentren. So entsteht schließlich eine atomisierte Gesellschaft gleichgültiger Individuen, die sich demoralisiert und ohnmächtig fühlen. Der Neoliberalismus an sich ist kein neues Phänomen, sondern lediglich die Neuauflage des Kampfes der Reichen gegen die Ausweitung der politischen und bürgerlichen Rechte der Massen.

Das offensichtliche Ziel der multinationalen Konzerne und Banken ist die Installation einer virtuellen Machtstruktur, die über die Regierungen wacht. Hierbei geht es nicht um Verschwörungstheorien, das ist nicht nötig. Es geht einfach um das Wesen von Konzeren, nämlich Profit- und Machtmaximierung.

Das ist die Szenario in den Industrieländern. In den Entwicklungländern ist die Situation ungleich katastrophaler. Während in den Industrieländern bestimmte Rechte, welche Jahrhunderte lang erkämpft worden sind, bestehen, die multinationale Konzerne Schritt für Schritt abbauen, ist die Ausgangssituation in den postkolonialen Entwicklungsländern ein leichtes Spiel für die Ausbeuter. Demokratie, Gewerkschaften, Arbeitnehmerrechte, Menschenrechte... sind in den Entwicklungsländer kaum vorhanden. Das machen sich die Konzerne zu Nutze. Darin liegt ein Großteil ihrer Macht. Wobei das System natürlich einen Teufelskreis entstehen lässt. Denn durch ihr Handeln lassen die Multi-Firmen demokratische Strukturen und Menschenrechte gar nicht entstehen.

Das Zentrum dieser neuen Wirtschaftsordnung ist die Weltbank und die Welthandelsorganisation (WTO), sowie der internationale Währungsfond (IWF), alles US-dominierte Institutionen. Für die Entwicklungsländer ist es besonders hart aus der Schuldenfalle zu entkommen, die ihnen die Industriestaaten auferlegt haben. Diese wird v.a als Druckmittel missbraucht. Das heisst, falls ein Entwicklungsland Kredite fordert, um die Entwicklung des Staates voranzutreiben, werden die Geldmittel mit Bedingungen verknüpft. Erst wenn der Staat die Deregulierung und Öffnung seiner Märkte und Privatisierung des Eigentums bewilligt, werden ihm die Kredite gewährt. Der Hilfe suchende Staat ist somit der Macht der Konzerne und Banken ausgesetzt, die, ganz nach den Regeln der Profitmaximierung, alle Schwachpunkte ausnützen. Der inländische Markt wird durch meist stark subventionierte Produkte der Multis überschwemmt -> Die Betriebe und Landwirte des unentwicklten Landes werden stark unter Druck gesetzt und ihrer Lebensgrundlage geraubt -> Viele werden gezwungen in den Produktionstätten der Konzerne für einen Hungerlohn für die Exportwirtschaft zu arbeiten. Das Land kommt so unter der Kontrolle der Konzerne, deren Profite das Bruttoinlandproduktes des Landes um ein Vielfaches übertreffen. Die "feindliche Übernahme" von ganzen Staaten verläuft immer nach dem gleichen Muster. Es gibt genügend Beispiele dieser Taktik auf diesen Webseiten. Oft untertützen die Konzerne totalitäre Regime, welche das Land weiter in den Ruin treiben.

Was geschieht mit Ländern, die sich weigern, sich den westlichen Banken und multinationalen Konzernen zu öffnen, wie es die WTO verlangt? Krieg, Isolation, Sanktionen... Militär und Geheimdienste des Westens pflegen den Kontakt zum Finanzestablishment. Neoliberalistische Lobbies, v.a in den USA, üben einen grossen Einfluss auf die Regierungen aus. Kriege und "freie Märkte" gehen Hand in Hand. Das Militär ist ein wichtiges Werkzeug der Wirtschaft geworden. Dabei vereinigen sich US-Hegemonialinteressen und der Drang der Konzerne nach Profit. Es werden unzählige Bsp aufgezeigt, wie durch militärische Macht demokratisch gewählte Regierungen gestürzt worden sind, da sie nicht den Interessen der USA und deren Wirtschaft dienten. Es ist eine grosse Lüge, dass der Westen an eine stabile "Dritte Welt" interessiert ist. Ein stabiles Land wird weit mehr Widerstand gegen Ausbeutung entgegenbringen, als ein williger Satellitenstaat.

Wie gesagt, sind viele Probleme der Entwicklungsländer und diejenigen der Industrieländer miteinander verbunden. Sie sind nur gemeinsam zu lösen. Armut und Unterdrückung rufen Hoffnungslosigkeit hervor. Diese wiederum verursacht einerseits gewaltsame Konflikte und Terrorismus, andererseits Massenmigration.

Die Globalisierung der Armut vollzieht sich in einer Phase schneller technologischer und wissenschaftlicher Fortschritte. Obwohl diese die potenzielle Fähigkeit des Wirtschaftsystems enorm erhöhen, hat der Produktivitätsschub nicht dazu geführt die globale Armut zu vermindern, sondern die Macht der Multis zu erhöhen. Umgekehrt: die Arbeitslosigkeit steigt an und wird internationalisiert. Der International Labor Organization(ILO) zufolge sind weltweit eine Milliarde Menschen, fast ein Drittel der globalen Erwerbsbevölkerung , von Arbeitslosigkeit betroffen. Design, Technologie und Know-How gehören den internationalen Unternehmen und werden von ihnen kontrolliert.

Ein wichtiger Aspekt des Neoliberalismus ist die Deregulierung der Finanzmärkte, die spekulative Transaktion fördert. Statt auf produktive Wirtschaftstätigkeit konzentriert sich die Kapitalbildung zunehmend auf spekulative und betrügerische Transaktionen, die wiederum Störungen auf den grossen Finanzmärkten der Welt verursachen. Nach einer konservativen Schätzung der US-Investmentbank Merrill Lynch beträgt der Reichtum von Prvatpersonen auf privaten Bankkonten in Steueroasen 3,3 Billionen Dollar. Die Marktreformen begünstigen ausserdem die Zunahme illegaler Aktivitäten und die Internationalisierung der Verbrechenswirtschaft. Der UN zufolgebetragen die Einkünfte transnationaler Verbrecherorganisationen weltweit etwa eine Billionen Dollar.

Die neue Weltordnung nährt sich von menschlicher Armut und der Zerstörung der natürlichen Umwelt. Sie schafft soziale Apartheid , schürt Rassismus und ethnische Kämpfe, sie höhlt die Rechte der Frauen aus und stürzt häufig Länder in zerstörerische Auseinandersetzungen zwischen verschiedenen Volksgruppen. Auf den folgenden Webseiten soll versucht werden möglichst viele Facetten der entfesselten Globalisierung und der neuen Weltordnung aufzuzeigen. Es soll eine freie Informationsquelle für alle sein, die über den globalen Zustand der Welt und die Zusammenhänge von Wirtschaft, Krieg und Armut informiert werden wollen. Als Quelle dienten vor allem

  • Michel Chossudovsky, Global Brutal, 2004, Verlag Zweitausendeins
  • John Pilger, Verdeckte Ziele, 2003 , Verlag Zweitausendeins
  • Klaus Werner und Hans Weiss, Schwarzbuch Markenfirmen, 2003, Verlag Franz Deuticke
  • Noam Chomsky, Profit over People, 2000, Europa Verlag