Konzerne investieren Unsummen für Werbung und Promotion um ihr Image zu pflegen. Gespart wird bei den Produktionsbedingungen. Die Folge sind katastrophale Arbeitsverhältnisse, Armut, Umweltverschmutzung und die Verletzung von Menschenrechten. Großkonzerne erwirtschaften mehr als viele Staaten. (Der Umsatz von Wal-Mart übersteigt das BIP Österreichs.) Ihr Geld ermächtigt sie zu vielen unmoralischen Taten. Um immer mehr Profit zu erreichen, greifen viele Konzerne zu unmenschlichen Methoden, treiben Staaten in den Krieg und nützen jede Gesetzeslücke. Die Konzerne weisen die Schuld von sich. Sie behaupten, dass sie unschuldig sind, wenn es schwache Umwelt- und Arbeitsgesetze gibt. Aber umgekehrt verhindern sie wo sie nur können den Beschluss von Gesetzen, welche zwar für die breite Masse hilfreich wäre, aber für ihren Profit schädlich.
Multinationale Konzerne geben Millionen für ihr Image aus. Das geht so weit, dass das Leben in unseren Breiten teilweise von Marken dominiert ist. Durch Werbung wollen sie ein Lebensgefühl oder Persönlichkeiten mit ihrer Marke verknüpfen. Wer Nike, Boss oder Calvin Klein trägt, will damit dieses Image widerspiegeln. Menschen identifizieren sich also teilweise mit Marken. In allen Formen der Medien erscheinen Werbungen, welche die Menschen dazu konditionieren möchten. Das fängt schon im Kindesalter an. Viele Kleinkinder sagen nicht mehr, dass sie hungrig sind, sondern dass sie zu Mc Donalds möchten. Wenn ein Jugendlicher eine Hose braucht, fragt er die Eltern nach einer Levis Jean. In vielen Ländern fragt man nicht mehr nach einem Taschentuch, sondern nach einem Kleenex. Wenn man durstig ist verlangt man nach einer Coke usw. Das heißt, Marken haben den Platz von allgemeinen Gütern eingenommen. Menschen identifizieren diese Güter mit der jeweiligen Marke.
Genau da sind die Firmen verwundbar. Durch Aufdeckung und Veröffentlichung ihrer Untaten, werden sie zwecks der Imagepflege gezwungen ihre Taktik zu ändern. Wenn der Mensch bei Nike nicht mehr an Ronaldo und Athleten, sondern an Sweatshops denkt, würde das Image von Nike stark leiden. Firmen wollen immer öfter zeigen, dass sie Verantwortung übernehmen. Das ist aber meistens nur eine Farce oder ein Tropfen auf dem heißen Stein.
In Europa müssen Unternehmen vor allem dank des Arbeiterkampfes der Gewerkschaften und dank der Proteste der Umweltorganisationen wesentlich strengere ökologische und soziale Auflagen erfüllen, als in Ländern des Südens. In den letzten Jahrzehnten hat das dazu geführt, dass viele Firmen ihre Produktionsstandorte einfach in Gebiete mit niedrigen Standards verlegt haben. Damit haben wir unsere Umweltprobleme in ärmere Länder exportiert und sehen uns gleichzeitig mit Massenkündigungen und der Forderung nach Rücknahme sozialer Rechte konfrontiert. Multinationale Konzeren erpressen sich immer mehr Rechte, während gleichzeitig Arbeiter- und Menschenrechte beschnitten werden. Das ist ein wesentlicher Teil des Neoliberalismus. Konzerne haben eine Narrenfreiheit erlangt; sie werden durch keine Grenzen oder Steuern aufgehalten, im Gegensatz zu den Flüchtlingsströmen aus den ärmeren Ländern. Während 1960 das Pro-Kopf Vermögen der reichsten 20% der MEnschen 30 mal so hoch war wie die Wirtschaftskraft der ärmsten 20%, betrug der Unterschied 1999 bereits das 78 fache.
Kinderarbeit
Die Internationale Arbeiterorganisation schätzt, dass allein ein Entwicklungsländern rund 250 Millionen Kinder zwischen fünf
und vierzehn Jahren zur Arbeit gezwungen werden. Sie arbeiten unter Bedingungen, die ihre körperliche, geistige und emotionale Entwicklung gefährden.
Es wird geschätzt, dass rund 12 Millionen Kinder für den Weltmarkt produzieren. Sie müssen meistens bis zu 50 Stunden pro Woche
arbeiten, um ihre Familie zu unterstützen. Eine angemessene Schulbildung ist für einen großen Teil der Menschen in den Entwicklungsländern
zu teuer.
Quelle: Klaus Werner und Hans Weiss, Schwarzbuch Markenfirmen, 2003, Verlag Franz Deuticke Uns gehört die Welt