Die Spielregeln

Das System Macht durch Kredite Korruption Weltwirtschaftsdiktatur Wirtschaftsaufbau Dekadenz

Maximale Ausbeutung

Afrika Lateinamerika Balkan Asien

Krieg für Profit

Imperialismus Afghanistan Irak CIA (externer Link)

Macht der Konzerne

Skrupellos&Co Lebensmittel Erdöl Pharmazie Mode Elektronik Konzerngewinne

Widerstand

Venezuela

Immigration

Europa

Lebensmittel

Damit wir in Europa billige Nahrungsmittel konsumieren können, nehmen viele Konzerne Kinderarbeit, Sklaverei, Ausbeutung, Tierquälerei und Umweltzerstörung in Kauf. Hier nur ein paar Beispiele:

Geliebte Schokolade
Sklaverei ist in vielen Teilen der Welt verbreitet. Um billig produzieren zu können, greifen die Großgrundbesitzer zu dieser Form der Ausbeutung. Tausende elternlose oder verstossene Kinder werden von Sklaventreiber dazu benutzt. Allein aus Mali in Afrika wurden 20.000 Kinder auf die großen Plantagen der Elfenbeinküste verschleppt. Sie werden geschlagen, misshandelt und ausgebeutet. Die Elfenbeinküste ist der größte Kakaoproduzent auf der Welt, und braucht billige Arbeitskräfte, um kostengünstig zu produzieren und die Großkonzerne zufrieden zu stellen. Insgesamt werden geschätzte 200.000 Kinder in Westafrika ausgebeutet. 80 Prozent der deutschen Kakaoimporte kommen aus Westafrika. Etwa zehn Kilogramm reine Schokolade werden in Mitteleuropa pro Jahr und Kopf verzehrt. Die Europäer haben sich an die billige Süssigkeit gewöhnt, und hinterfragen nicht die Produktionsmethoden.
Die Weltmarktpreise zwingen die Bauern so billig wie möglich zu produzieren. Ein mittlerer Kakaobetrieb hat ein Jahresgewinn von 340 Euro. Die Produzenten werden also praktisch gezwungen wo sie nur können zu sparen, so auch bei den Arbeitskräften. Die niedrigen Preise gehen auf das Konto einer Hand voll europäischer und nordamerikanischer Lebensmittelkonzerne, die den Kakaohandel kontrollieren: Nestle, Mars, Kraft, Ferrero.
Noch weiter verschlimmert wird die Situation durch eine Regelung der EU, die - wieder unter dem Druck der Konzerne - seit März 2000 eine Senkung des Kakaobutteranteils in Schokolade um fünf Prozent des Gesamtgewichtes zulässt. Für die Lebensmittelkonzerne bedeutet das Mio mehr an Profit, für die Produktionsländer und Bauern jedoch einen jährlichen Verlust von 580 Millionen Euro.

Ein weiterer großer Kakaoproduzent ist Brasilien, wo die Kakaoplantagen außerordentlich reichen Großgrundbesitzern gehören. Mehr als 150.000 Zeitlöhner arbeiten für durchschnittlich 43 Euro im Monat. Da man damit keine Familie ernähren kann, müssen auch die Kinder und Alte unter menschenunwürdigen Umständen mitarbeiten. Vor allem der Einsatz von Insektiziden führen bei den Arbeitern zu Krebs, Hautkrankheiten, Unfruchtbarkeit und Nervenstörungen. Die Monokulturen sind besonders anfällig für Ungeziefer, was einen erhöhten Einsatz von Schädlingsbekämpfungsmitteln erfordert. Die Herstellerfirmen -BASF, Bayer, Hoechst, Shell und Monsanto - treffen nach Meinung von Kritikern keine ausreichende Vorsorge gegen durch ihre Produkte verursachten schweren Gesundheitsgefährdungen.
In den letzten Jahren versuchten die verzweifelten Bauern immer wieder, Land zu besetzen und selbst zu bewirtschaften. Sie werden von der Polizei und den Söldnertruppen der Großgrundbesitzer vertrieben. Von 1986 - 2003 kamen 120 Menschen dabei ums Leben.

Giftige Bananen
Ein ähnliches Problem betrifft den Anbau der Banane. Die Arbeitsbedingungen der Plantagenarbeiter sind katastrophal. Für den maximalen Profit der grossen Bananen-Konzerne, wie Chiquita oder Dole, müssen die Arbeiter auf ihre GEsundheit, Ausbildung und ein menschenwürdiges Leben verzichten. Auch hier brachte der unbedachte Einsatz von Insektitziden schwere GEsundheitsschäden für die Bevölkerung. Die Pestizide werden meistens mit einem Flugzeug großflächig gesprüht. Ein Bsp dafür sind die 22.000 Opfer des in den USA produzierten Nemagon. Ein Prozent der Kinder in den betroffenen Gebieten in Nicaragua kamen ohne Gehirn auf die Welt. Die Folgen des von Shell und Dow chemical entwickelten Giftes waren ihnen bekannt, wurden aber geheim gehalten. Sie haben schon 1958 in Tierversuchen entdeckt, dass schon geringe Dosen Sterilität, Lungen-, Leber und Nierenschäden hervorriefen.

Nach Schätzungen der WHO sterben jährlich zwei Millionen Menschen an Pestiziden. Vor allem der deutsche Konzern Bayer produziert unzumutbare Pestizide, wie Baycor, Nemacur und Folidol, welche von der UNO-Menschenrechtskommission beklagt werden. Auf der phillipinischen Insel Mindanao hat der Einsatz dieser Giftstoffe das Krebsrisiko und das Risiko eine Mißbildung um ein vielfaches erhöht. Da das Gift per Flugzeug gesprüht wird, sind die LEute nicht mehr in ihren armseligen Hütten sicher. Die Bevölkerung, v.a die Kinder, klagen über Hautausschläge, Fieber, chronischen Druchfall und Krebs.

Mehr als elf Millionen Tonnen Bananen werden jährlich exportiert-zum Großteil in die USA und EU. Dabei gewährte die EU den Entwicklungsländern gewisse Zollvergünstigungen, die jedoch nun, nach einem neunjährigen Streit mit der USA, aufgegeben werden mussten. Die Banane ist zu einem Symbol neokolonialer Ausbeutung geworden. Die drei grossen Obstkonzerne Chiquita, Dole und Del Monte dominieren den Bananenhandel schon seit 100 Jahren. Sie vertreiben 70 % der weltweiten Bananenexporte. Der Aufbau ihrer Vormachtstellung führte schon vor Jahrzehnten zur Degradierung ganzer Länder LAteinamerikas zu sog. "Bananenrepubliken", in denen die finanzkräftigen Konzerne politisch oft mehr zu sagen haben als die offiziellen Volksvertreter. Sie eigneten sich riesige Ländereien an und verschafften sich die Kontrolle über Transport- und Kommunikationswesen. Mehrere lateinamerikanische Regierungen wurden im Zusammenhang mit US-Obstkonzernen gestürzt weil diese Regierungen versuchten der Bevölkerung mithilfe einer Landreform ein Grundeinkommen zu sichern. Bis zuletzt wurden Streiks von Bananenarbeitern brutal niedergeschlagen. So kam es 1999 zu Massenentlassungen auf drei Plantagen einer Del-Monte Tochterfirma in Guatemala und anschliessend zu einem Angriff von 200 Schwerbewaffneten gegen die Gewerkschaftsführung.

Bittere Orangen
In Österreich liegt der Pro-Kopf Verbrauch von Orangensaft bei rund zwanzig Liter. MAhr als neunzig Prozent davon kommt aus Brasilien. Währedn wir für einen Liter Orangensaft etwa einen Euro bezahlen, erhält ein brasilianischer Pflücker lediglich 0,026 Euro, also ein 4/100. Der Löwenanteil bleibt bei den Fruchtsaft- und Handelskonzernen. Ein Großteil der Orangen wird in der Region nordwestlich von Sao Paulo geerntet. Dort herrschen fünf Familien über mehr als 150 Millionen Orangenbäume und rund 70.000 Pflücker. Wie in ganz Lateinamerika sind Großgrundbesitzer und Konzerne die Hauptbesitzer von Ländereien in Brasilien. Der Lohn der Arbeiter liegt rund ein Drittel unter dem Existenzminimum. Niedrige Löhne führen zu Kinderarbeit. So kommt es, dass viele Familien ihre Kinder in die Plantagen mitnehmen, um genügend Einkommen zum Überleben zu erreichen.

Muttermilchersatz
In den siebziger Jahren gerieten Nestle und andere Nahrungsmittelkonzerne unter heftigen Beschuss von HIlfsorganisationen. Sie versuchten in groß angelegten WErbekampagnen, junge Mütter zum Umstieg auf künstliche Babynahrung zu bewegen. Unter Hinweis auf angebliche Nachteile des natürlichen Stillens verschenkten die Konzerne Trockenmilchpulver an Geburtstationen, schwangeren Frauen und Mütter. Die Frauen nahmen die Geschenke der westlichen Wohltäter dankbar an und hörten auf, ihren Babys die Brust zu geben. Vor allem in Gegenden ohne Zugang zu sauberen Wasser, war das sehr gefährlich. Als die großzügigen Spenden versiegten, waren oft auch die Brüste ausgetrocknet. Für die künstliche Babynahrungen müssten die Mütter nun teuer bezahlen. An den Folgen der Ernährung durch Trockenmilch sind tausende Babys gestorben. Bis heute verfolgt Nestle diese Taktik. Ein ehemaliger Mitarbeiter beschrieb 1999 das Vermarktungssystem in Pakistan: Beamte des Gesundheitswesen und Ärzte werden bestochen, um den Müttern die Umstellung zu Tockenmilch durch Kampagnen einzureden. Laut Unicef erhielten in Pakistan zu dieser Zeit 84 Prozent der Babys Muttermilch-Ersatzprodukte -bei fast 130 Millionen Einwohnern ein lukratives Geschäft. Ein angekündigter Fernsehbericht der ZDF über den Skandal wurde nach Intervention durch Nestle über Nacht zurückgezogen.

Laut WHO sterben jährlich mehr als 1,5 Millionen Kinder, weil sie nicht gestillt werden. Das künstliche Milchpulver muss nämlich meist in schmutzigen, infizierten Wasser aufgelöst werden. Das führt zum Kindestod durch Infektionen oder Durchfall.

Ausbeutung in Europa
Südspanien beliefert die ganze EU mit Obst und Gemüse. Vor allem die Provinz Almeria, aus der 80% der GEmüseexporte Spaniens kommen, ist auf den intensiven Obst und Gemüseanbau spezialisiert. In 32.000 Gewächshäusern erzeugt die Region im Jahr etwa 2.8 Millionen Tonnen Obst und Gemüse. Tausende ausländische Arbeiter, meist Marrokaner, sorgen für eine reiche Ernte. Sie sind meist illegal im Land, und arbeiten für weniger als 20€ für einen zehn-Stunden Tag. Die Mehrheit der Zuwanderer vegetieren in Notunterkünften, verfallenen Häusern und LAgerräumen. 55% von ihnen haben kein Trinkwasser, keine sanitären Einrichtungen oder Toiletten. Unter den massiven Einsatz von Pestiziden, die für die intensive Gewächshauslandwirtschaft nötig ist, und den geringen Schutz sind etliche gestorben und hunderte schwer vergiftet. 1998 wurde ein Landarbeiter von Rechtsextremen hingerichtet und zwei bei lebendigem Leibe verbrannt. Im Jahr 2000 erschütterten schwere Unruhen von Rechtsextremen die Region. Sie gingen massenweise mit Basballschlägern gegen die Immigranten vor, hetzten sie durch die Strassen und zerstörten ihre ärmlichen Behausungen. Erst nach internationalen Protest schritt die Polizei ein.

Alternative
Gerade im Lebensmittlesektor gibt es für die Konsumenten heutezutage eine Alternative, welche eine faire Produktion zusichert. Bei FairTrade achtet man auf eine faire Bezahlung der Erntehelfer und Bauern. Sie vermeidet Kinderarbeit und sorgt für ökolgischen Anbau. Auch Bio Produkte sind vorzuziehen. Da sie die regionale Landwirtschaft fördern und für die Umwelt nachhaltig angebaut werden.

Quelle: Klaus Werner und Hans Weiss, Schwarzbuch Markenfirmen, 2003, Verlag Franz Deuticke Uns gehört die Welt