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Europa

Die Lage in Europa

Einwanderung und Integration der Immigranten sind brisante gesellschaftliche Probleme in Europa. Es ist sowohl ein Konflikt der Integration als auch ein Konflikt zwischen "Gesellschaftsschichten". Die Lage spitzt sich in einigen europäischen Ländern zu. Die Krawalle in Frankreich waren ein Anzeichen dafür. Der Frust der vorwiegend Jugendlichen der zweiten Generation explodierte in den Vorstädten. In anderen Staaten Europas zeigt sich eine ähnliche Entwicklung.

Rechtsradikale Parteien können heutezutage mit den Schlagwörtern "Überfremdung, Terrorismus und Parallelgesellschaften" Massen mobilisieren und verschärfen den Konflikt somit. Wenn die Bevölkerung in Angst gehalten wird, lässt sie sich leicht mobilisieren. Das war schon immer so. Und viele Europäer haben Angst vor den Entwicklungen. Ob es um die Krawalle in Frankreich, die islamistisch geprägten Morde in Holland oder terroristische Attentate in Spanien und England geht. Aber auch Alltagszustände geben den Europäern zu denken: Wenn ihnen ganze Stadtviertel fremd sind oder sie über die Zustände von Schulen mit hohen Ausländeranteil hören. Diese Angst führt zu leichter Manipulation und drängt viele in die rechte Ecke, die natürlich nur an der Verschärfung des Konflikts und nicht an seiner Lösung interessiert sind.

Wie Anfangs erwähnt kann man zwei Probleme aufzeigen:

1.) die Integration der vorhandenen Ausländer bzw. eingebürgerten Immigranten

2.) die aktuelle Einwanderung

zu 1.)
Der Großteil der heutigen Immigranten sind das Resultat der Gastarbeiter-Politik der Nachkriegsjahrzehnte. Die vorherrschende Meinung war, dass die Gastarbeiter, falls nicht mehr gebraucht, das Land wieder verlassen. Dass diese Einstellung sehr naiv und inhuman war, steht heutezutage außer Frage. Denn wenn ein Mensch Jahrzehnte in einem Land lebt und hier eine Familie gründet, ist es schwer seinen Lebensraum und -standard zu ändern, v.a wenn er und seine Familie in dem Heimatland keine Zukunft haben. V.a die Kinder, die in Europa geboren wurden, stehen zwischen zwei Stühlen. Sie sind im Land aufgewachsen und fühlen sich oft trotzdem nicht als Teil davon oder werden nicht als solche akzeptiert. Die Gründe sind vielfältig und nicht pauschal zu beantorten. Einfach zu sagen, Immigranten wollen sich nicht integrieren oder umgekehrt, dass man ihnen die Integration erschwert, wäre zu kurz gegriffen. Aber viele Menschen wollen sich ihr Weltbild besonders einfach gestalten.

Mit der Voraussetzung, dass der Großteil der Gastarbeiter nach verrichteter Arbeit das Land verlassen, wurde eine Integration vom Staat gar nicht angestrebt. Bis heute merkt man diese Einstellung teilweise, wenn Regierungsstellen vehement bestreiten, das Land sei in irgendeiner Form ein Einwanderungsland. Das Bewußtsein zur Notwendigkeit der Integration entstand erst vor kurzem. Die Politik ist gefordert eine Atmosphäre der Integration und entsprechende Institutionen zu schaffen. Umgekehrt muss das Bewußtsein zur Notwendigkeit und der Wille zur Integration bei den Einwanderern vorhanden sein und vom Staat gefördert werden. Die Gesellschaft muss sich von der Einstellung verabschieden, dass zb: ein Europäer kein Moslem sein kann, oder orientalische Wurzeln haben kann.

Was kann man nun unter Integration verstehen? Viele verwechseln den Begriff vielleicht mit Assimilation. Hier können zb: die USA ein Vorbild sein, wobei zu beachten ist, dass dieses Land erst durch Einwanderung entstanden ist. Nehmen wir zb Italo-Amerikaner, die seit 3-4 Generationen im Land leben. Sie sind Amerikaner, wie andere auch. Lieben Football und Baseball etc. Jedoch sind sie sich ihren Wurzeln bewußt. Ob die Italiener mit ihrer Küche oder die Iren mit Halloween, sie sind Teil des Landes. Der springende Punkt ist: Integration hat nicht unbedingt einen Identitätsverlust als Folge.

zu 2.)
Auch wenn abentuerliche Bilder von afrikanischen Flüchtlingsbooten den Eindruck erwecken, dass der Großteil der Einwanderung auf diese Weise passiert, muss beachtet werden, dass in Wahrheit Familienzusammenführungen, Studienaufenthalte und legale Arbeitsmigration einen weitaus grösseren Teil darstellen. Trotzdem muss der illegalen Einwanderung besondere Beachtung geschenkt werden, da sie Potenzial hat auszuschweifen, u.a weil Konflike und Armut auf der Welt ansteigen.

Das Wort Asylant ist in Europa zu einem kriminiellen Begriff mutiert. Asylanten werden Misstrauen und Feindlichkeit entgegengebracht. Ein Grund dafür ist der häufige Missbrauch des Asyls. Das erklärt die Vorurteile, legitmiert sie aber nicht. Ein weiterer Grund ist einfach die Angst vor "Überfremdung", v.a wenn der/die Fremde Afrikaner oder Asiate ist. Häufig werden Asylanten auch als nutzlose Schmarotzer betrachtet. Man merkt gleich: die Sensibilisierung für die Leiden eines Asylanten ist nicht vorhanden. Die meisten können sich nicht das Leben und die leidvolle Flucht eines Asylanten vorstellen. Ein Flüchtling flieht um Überleben zu können. Leider gibt es in unserer zum Teil egoistischen Gesellschaft wenig Verständnis für das Leid anderer. Solange es einem nicht direkt betrifft, bleibt man tatenlos. Es aber offensichtlich, dass die Probleme anderer auch uns betreffen. U.a indirekt durch erhöhte Migration. In einer globalisierten Welt machen Probleme nicht vor Grenzen halt.

Die offizielle Politik der EU ist gerade diese Grenze dicht zu machen, um Probleme und Asylanten fernzuhalten. Elektronische System, verstärkter Polizeieinsatz usw. zielen darauf ab. Die Globalisierung der Wirtschaft ist eine Selbstverständlichkeit geworden. - In anderen Bereichen schottet man sich aber ab. Dafür wurde der Begriff "Festung Europa" geprägt. Die Probleme werden nicht versucht gelöst zu werden, man behandelt nur die Symptome. Es ist aber nur sinnvoll ernsthaft in die Entwicklungsländer zu investieren, um Gründe für Flüchtlingsströme zu minimieren. Dies käme sicherlich nicht teuerer, als die Symptome zu behandeln (Grenzüberwachung, Asylverfahren, gesellschaftliche Probleme..)